Durchschnittliche Kosten eines Pflegeheims in der Schweiz

Die Kosten für Pflegeheime in der Schweiz sind hoch, wobei die Bewohner einen Großteil der Ausgaben selbst tragen müssen. Verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten und staatliche Unterstützung können die Belastung verringern Alternative Pflegeformen bieten ebenfalls kostengünstige Alternativen. Darüber hinaus können regionale Unterschiede und Tarife bei der Entscheidungsfindung eine Rolle spielen.

Durchschnittliche Kosten eines Pflegeheims in der Schweiz

Pflegeheimkosten entstehen nicht aus einer einzigen Gebühr, sondern aus mehreren Bausteinen, die je nach Kanton, Stadt-Land-Lage, Pflegestufe und Zimmerkategorie stark differieren. Wer realistisch plant, betrachtet daher die Struktur: Pensionspreis (Zimmer, Verpflegung, Grundinfrastruktur), Pflegekosten (über obligatorische Krankenversicherung, öffentliche Hand und Bewohneranteil finanziert), Zusatzleistungen (Wäscherei, Coiffeur, Physiotherapie u. a.) sowie persönliche Ausgaben. Im Ergebnis reicht die monatliche Belastung für Bewohnerinnen und Bewohner häufig von rund CHF 6’000 bis über CHF 12’000, mit höheren Werten in grossen Städten und bei hohem Pflegebedarf.

Die Kosten von Pflegeheimen verstehen

Der Pensionspreis deckt Unterkunft, Verpflegung und allgemeine Leistungen ab. Je nach Region, Hausstandard und Zimmer (Einzel- vs. Doppelzimmer) bewegen sich diese Beträge oft zwischen etwa CHF 4’000 und CHF 7’500 pro Monat. Pflegekosten werden in der Schweiz seit der Pflegefinanzierung getrennt ausgewiesen: Die obligatorische Krankenversicherung übernimmt einen gesetzlich festgelegten Anteil, der Kanton bzw. die Gemeinde übernimmt die Restfinanzierung, und der Bewohner zahlt einen gesetzlich gedeckelten Beitrag von derzeit CHF 23 pro Tag. Hinzu kommen individuelle Zusatzleistungen (z. B. Podologie, externe Therapien) von einigen Hundert Franken pro Monat sowie persönliche Auslagen für Kleider, Mobiltelefon oder Getränke.

Durchschnittliche Pflegeheim-Kosten 2026

Für die persönliche Budgetplanung ist ein Blick nach vorne sinnvoll. Auf Basis der heutigen Tarifstruktur und moderater Teuerung kalkulieren viele Haushalte für 2026 mit vergleichbaren Größenordnungen. Als grobe Richtwerte sind je nach Standort und Pflegebedarf monatliche Eigenkosten von rund CHF 6’500 bis CHF 13’000 realistisch einzuplanen. Entscheidend sind vor allem Zimmerkategorie und Pensionspreis, die Pflegestufe (BESA/RAI-NH), regionale Lohn- und Mietniveaus sowie individuelle Zusatzleistungen. Diese Werte sind Schätzungen und können je nach Heim, Kanton und persönlicher Situation abweichen.

Regionale Unterschiede und Tarife

Tarife werden kantonal bewilligt und spiegeln regionale Lohn- und Mietkosten wider. In städtischen Zentren mit hohem Miet- und Lohnniveau liegen Pensionspreise meist höher als in ländlichen Regionen. Unterschiede ergeben sich auch aus der Pflegeeinstufung: Höhere Pflegestufen bedeuten mehr Pflegeleistungen pro Tag, was vor allem die durch Krankenversicherung und öffentliche Hand vergüteten Anteile erhöht; der Bewohneranteil an den Pflegekosten bleibt hingegen gesetzlich auf CHF 23 pro Tag begrenzt. Zusätzlich können kommunale Zuschläge oder reduzierte Tarife (z. B. für Doppelzimmer) den Endbetrag beeinflussen. Preislisten sind häufig standortspezifisch und unterscheiden Wochen-, Monats- oder Tagestaxen.

Finanzierung und Unterstützung

Die Finanzierung ruht auf mehreren Säulen. Die obligatorische Krankenversicherung zahlt einen gesetzlich definierten Beitrag an die Pflegeleistungen; Kanton bzw. Gemeinde tragen die Restfinanzierung. Bewohnerinnen und Bewohner übernehmen den Pensionspreis, den gesetzlich begrenzten Pflegebeitrag (derzeit CHF 23 pro Tag) sowie Zusatzleistungen und private Auslagen. Zur Entlastung können Ergänzungsleistungen (EL) zur AHV/IV in Frage kommen, wenn anrechenbare Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen. Ebenfalls relevant sind Hilflosenentschädigung (abhängig vom Grad der Hilflosigkeit), kantonale oder kommunale Unterstützungen und steuerliche Berücksichtigungen bestimmter Kosten. Private Zusatzversicherungen können einzelne Leistungen übernehmen, decken jedoch in der Regel nicht den Pensionspreis als solchen ab. Eine individuelle Abklärung bei der Heimverwaltung und der Sozialversicherung lohnt sich.

Alternative Betreuungsformen

Wer noch über ausreichende Selbstständigkeit verfügt oder die Pflege zu Hause organisieren kann, prüft Alternativen: Spitex-Leistungen (ambulante Pflege) werden ebenfalls anteilig über die obligatorische Krankenversicherung finanziert; der Eigenanteil besteht aus Pflegebeiträgen und Haushalts-/Betreuungshilfen. Je nach Einsatzumfang kann die monatliche Belastung stark variieren – von einigen Hundert Franken (ergänzende Einsätze) bis zu mehreren Tausend Franken bei sehr hohem Bedarf. Betreutes Wohnen kombiniert eigenständiges Wohnen mit Service- und Notrufleistungen; Grundpauschalen und Servicepakete beginnen häufig im niedrigen vierstelligen Bereich, zuzüglich Miete. Tages- und Nachtstrukturen entlasten Angehörige punktuell und können die stationäre Eintrittszeit hinauszögern. Ob die Heimlösung oder eine Alternative die geeignete Wahl ist, hängt von Sicherheit, Pflegeintensität, sozialer Einbindung und finanzieller Tragfähigkeit ab.

Preisbeispiele und Anbieter

Die nachfolgenden Beispiele zeigen real existierende Anbieter. Beträge sind Schätzwerte für Einzelzimmer mit Vollpension und mittlerem Pflegebedarf; je nach Haus, Standort und Pflegestufe sind Abweichungen möglich.


Product/Service Provider Cost Estimation
Einzelzimmer, Vollpension & Pflege (mittel) Tertianum ca. CHF 7’500–12’500/Monat
Einzelzimmer, Vollpension & Pflege (mittel) Senevita ca. CHF 7’000–12’000/Monat
Einzelzimmer, Vollpension & Pflege (mittel) Domicil Bern ca. CHF 6’800–11’500/Monat
Einzelzimmer, Vollpension & Pflege (mittel) Gesundheitszentren für das Alter, Stadt Zürich ca. CHF 7’800–13’500/Monat
Einzelzimmer, Vollpension & Pflege (mittel) Alterszentren Basel-Stadt ca. CHF 6’500–11’800/Monat

Preise, Tarife oder Kostenschätzungen in diesem Artikel basieren auf den neuesten verfügbaren Informationen, können sich jedoch im Laufe der Zeit ändern. Eigene Recherche wird vor finanziellen Entscheidungen empfohlen.

Preisfaktoren im Überblick: Der Pensionspreis stellt in der Regel den grössten Posten dar. Der gesetzliche Bewohneranteil an Pflegekosten beträgt derzeit CHF 23/Tag (rund CHF 690/Monat). Zusatzleistungen wie Coiffeur, Podologie, Getränke oder spezielle Servicepakete können weitere CHF 200–600 pro Monat verursachen. Wer Ergänzungsleistungen bezieht, kann bei anerkannten Kosten spürbare Entlastungen erhalten; die genaue Höhe wird individuell berechnet.

Abschliessend gilt: Pflegeheimkosten in der Schweiz sind stark vom Standort, der Pflegeintensität und der Zimmerwahl abhängig. Eine genaue Offerte des gewünschten Hauses, ergänzt um Abklärungen bei Krankenversicherung, Kanton/Gemeinde und den Sozialversicherungen, liefert die verlässlichste Basis, um das persönliche Budget solide zu planen.