Hochtemperatur-Wärmepumpen für Altbauten in Österreich: Technik, Modelle und Kosten im Überblick

Altbauten in Österreich profitieren zunehmend von Hochtemperatur-Wärmepumpen, die Vorlauftemperaturen bis zu 70 °C erzeugen und so oft ohne aufwendigen Heizkörpertausch eine energetische Sanierung ermöglichen. Erfahren Sie hier mehr über die Technik, Anforderungen, passende Modelle sowie Kosten und Förderungen.

Hochtemperatur-Wärmepumpen für Altbauten in Österreich: Technik, Modelle und Kosten im Überblick Image by Alina Kuptsova from Pixabay

Die Umstellung von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energien ist ein zentrales Ziel der österreichischen Klimastrategie. Für Eigentümer von Altbauten stellt diese Transformation jedoch oft eine besondere Hürde dar. Während Neubauten problemlos mit Niedertemperatur-Wärmepumpen beheizt werden können, erfordern ältere Gebäude mit ihren oft großvolumigen Heizkörpern und geringerer Dämmung höhere Vorlauftemperaturen. Hier kommen Hochtemperatur-Wärmepumpen ins Spiel, die speziell für solche Anforderungen entwickelt wurden. Sie ermöglichen eine effiziente Beheizung, ohne dass umfassende Sanierungen am Heizsystem oder an der Gebäudehülle zwingend notwendig sind.

Weshalb sind Wärmepumpen in Altbauten eine besondere Herausforderung?

Altbauten weisen im Vergleich zu modernen Neubauten oft eine Reihe von Merkmalen auf, die den Einsatz von Standard-Wärmepumpen erschweren. Der Wärmebedarf ist in der Regel höher, da die Gebäudehülle oft weniger gedämmt ist und Fenster möglicherweise nicht den aktuellen Standards entsprechen. Das größte Hindernis stellt jedoch häufig das bestehende Heizsystem dar. Viele Altbauten sind mit Radiatoren ausgestattet, die für hohe Vorlauftemperaturen von 55°C bis 70°C ausgelegt sind, um die Räume ausreichend zu erwärmen. Konventionelle Wärmepumpen arbeiten am effizientesten bei niedrigeren Vorlauftemperaturen, was in Altbauten zu Komforteinbußen führen oder aufwendige Umbauten an der Heizverteilung erfordern könnte.

Wie funktioniert die Hochtemperatur-Wärmepumpentechnologie?

Hochtemperatur-Wärmepumpen funktionieren nach dem gleichen physikalischen Prinzip wie herkömmliche Wärmepumpen: Sie entziehen der Umwelt (Luft, Wasser oder Erdreich) Wärmeenergie und geben diese mittels eines Kältemittelkreislaufs auf einem höheren Temperaturniveau an das Heizsystem ab. Der entscheidende Unterschied liegt in der Fähigkeit, deutlich höhere Vorlauftemperaturen zu erreichen, oft bis zu 70°C oder sogar 80°C. Dies wird durch spezielle Kältemittel mit höheren Siedepunkten, optimierte Verdichtertechnologien oder den Einsatz von Kaskaden-Wärmepumpen erreicht, bei denen zwei Kältemittelkreisläufe hintereinandergeschaltet sind. Dadurch können sie die benötigten hohen Temperaturen für bestehende Radiatorensysteme bereitstellen, ohne dass deren Austausch notwendig ist.

Welche Wärmepumpenmodelle eignen sich speziell für Altbauten?

Für Altbauten in Österreich sind vor allem Luft/Wasser-Wärmepumpen verbreitet, die auch in Hochtemperatur-Ausführungen erhältlich sind. Diese Modelle sind oft als Monoblock- oder Splitgeräte konzipiert und bieten den Vorteil, dass keine aufwendigen Erdarbeiten für die Wärmequellenerschließung nötig sind. Hersteller wie Vaillant, Viessmann, Stiebel Eltron, Daikin oder Mitsubishi Electric bieten spezifische Hochtemperatur-Serien an, die auf die Anforderungen älterer Gebäude zugeschnitten sind. Diese Geräte zeichnen sich durch robuste Bauweise, spezielle Verdichter und Kältemittel aus, die auch bei niedrigen Außentemperaturen hohe Heizleistungen und Vorlauftemperaturen gewährleisten können. Die Wahl des Modells hängt stark von der individuellen Gebäudesituation und dem Heizbedarf ab.

Welche Voraussetzungen sollten Altbauten erfüllen?

Obwohl Hochtemperatur-Wärmepumpen speziell für Altbauten entwickelt wurden, ist eine gewisse Vorbereitung des Gebäudes vorteilhaft, um die Effizienz zu maximieren. Eine grundlegende Überprüfung des bestehenden Heizsystems ist essenziell, um sicherzustellen, dass die vorhandenen Heizkörper die benötigte Wärme abgeben können. Auch wenn keine umfassende Dämmung erforderlich ist, verbessern Maßnahmen wie das Abdichten von Fenstern und Türen, eine Dämmung der obersten Geschoßdecke oder der Kellerdecke die Gesamteffizienz erheblich. Ein ausreichender Platz für die Außeneinheit (bei Luft/Wasser-Wärmepumpen) sowie für einen Pufferspeicher und einen Warmwasserspeicher im Technikraum sollte ebenfalls berücksichtigt werden. Eine fachkundige Energieberatung ist entscheidend, um die optimale Lösung für das jeweilige Gebäude zu finden.

Was kosten Hochtemperatur-Wärmepumpen in Österreich ungefähr?

Die Kosten für eine Hochtemperatur-Wärmepumpe in Österreich setzen sich aus der Anschaffung des Geräts selbst, den Installationskosten und eventuellen Anpassungen am Heizsystem zusammen. Die Preise variieren stark je nach Leistung, Hersteller, Typ (Luft/Wasser, Sole/Wasser), und dem Umfang der benötigten Nebenarbeiten. Es ist wichtig zu beachten, dass in Österreich attraktive Förderungen auf Bundes- und Landesebene für den Umstieg auf Wärmepumpen verfügbar sind, die einen erheblichen Teil der Investitionskosten abdecken können. Diese Förderungen können die Wirtschaftlichkeit einer solchen Investition deutlich verbessern.


Produkt/Modell Anbieter Geschätzte Kosten (Anschaffung ohne Installation)
aroTHERM plus VWL 125/6 A Vaillant 12.000 – 16.000 EUR
Vitocal 250-A AWO-M-E-AC 252.A10 Viessmann 11.000 – 15.000 EUR
WPL-A 07 HT Stiebel Eltron 10.000 – 14.000 EUR
Altherma 3 H HT Daikin 11.500 – 15.500 EUR
Ecodan PUD-SWM Mitsubishi Electric 10.500 – 14.500 EUR

Prices, rates, or cost estimates mentioned in this article are based on the latest available information but may change over time. Independent research is advised before making financial decisions.

Die genannten Kosten beziehen sich auf die reine Anschaffung des Wärmepumpengeräts und beinhalten nicht die Installation, eventuelle Umbauarbeiten am Heizsystem, oder die Kosten für Pufferspeicher und Warmwasserspeicher. Die tatsächlichen Gesamtkosten können je nach Komplexität des Projekts und den regionalen Gegebenheiten variieren. Es empfiehlt sich, mehrere Angebote von lokalen Fachbetrieben einzuholen und die Förderlandschaft genau zu prüfen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Hochtemperatur-Wärmepumpen eine praktikable und zukunftsfähige Lösung für die Beheizung von Altbauten in Österreich darstellen. Sie ermöglichen den Umstieg auf erneuerbare Energien, ohne dass die oft kostspieligen und aufwendigen Sanierungen des gesamten Heizsystems oder der Gebäudehülle zwingend notwendig sind. Durch ihre Fähigkeit, hohe Vorlauftemperaturen zu liefern, gewährleisten sie den gewohnten Heizkomfort in Bestandsgebäuden. Eine sorgfältige Planung und die Nutzung der verfügbaren Förderungen sind jedoch entscheidend für den Erfolg und die Wirtschaftlichkeit einer solchen Investition.