Effektive Salben und Cremes gegen Arthrose und Gelenkschmerzen in Deutschland: Ein fundierter Überblick

Arthrose und Gelenkschmerzen beeinträchtigen viele Menschen in Deutschland. Welche Salben und Cremes nachweislich unterstützen? Dieser Überblick zeigt bewährte Wirkstoffe, ihre Wirkungsweise und Auswahlkriterien für die äußerliche Anwendung. Er ersetzt keine ärztliche Beratung.

Effektive Salben und Cremes gegen Arthrose und Gelenkschmerzen in Deutschland: Ein fundierter Überblick

Arthrose ist eine degenerative Gelenkerkrankung, die durch den fortschreitenden Abbau von Knorpelgewebe gekennzeichnet ist. In Deutschland leiden schätzungsweise fünf Millionen Menschen an dieser Erkrankung, wobei vor allem Knie-, Hüft- und Handgelenke betroffen sind. Die Symptome reichen von leichten Beschwerden bis hin zu starken Schmerzen, die die Lebensqualität erheblich einschränken können. Neben medikamentösen und physiotherapeutischen Maßnahmen spielen topische Präparate eine wichtige Rolle in der Behandlung.

Weshalb topische Behandlungen bei Arthrose eine wichtige Rolle spielen

Topische Behandlungen, also Salben, Cremes und Gele, die direkt auf die Haut aufgetragen werden, bieten mehrere Vorteile gegenüber systemisch wirkenden Medikamenten. Sie ermöglichen eine gezielte Wirkstoffabgabe am Ort des Geschehens und reduzieren das Risiko systemischer Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden oder Nierenschäden, die bei oraler Einnahme von Schmerzmitteln auftreten können. Besonders für Patienten mit Begleiterkrankungen oder Unverträglichkeiten gegenüber oralen Medikamenten stellen topische Präparate eine sinnvolle Alternative dar. Studien zeigen, dass lokal angewendete Wirkstoffe bei leichter bis mittelschwerer Arthrose eine spürbare Schmerzlinderung bewirken können. Die Anwendung ist unkompliziert und kann in den Alltag integriert werden, wobei die Wirkstoffe durch die Haut in tiefere Gewebeschichten eindringen und dort ihre entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung entfalten.

Natürliche und pflanzliche Wirkstoffe – bewährte Möglichkeiten

Pflanzliche Präparate erfreuen sich bei der Behandlung von Gelenkbeschwerden großer Beliebtheit. Zu den bekanntesten Wirkstoffen zählen Arnika, Beinwell und Teufelskralle. Arnika-Salben werden traditionell bei Prellungen, Verstauchungen und Gelenkschmerzen eingesetzt. Die entzündungshemmenden Eigenschaften der Arnika-Pflanze können Schwellungen reduzieren und die Durchblutung fördern. Beinwell enthält Allantoin, das die Geweberegeneration unterstützt und schmerzlindernd wirken kann. Teufelskralle, ursprünglich aus Afrika stammend, wird aufgrund ihrer entzündungshemmenden Wirkung geschätzt und findet sich in verschiedenen Salbenformulierungen. Weitere pflanzliche Inhaltsstoffe wie Weihrauch oder Ingwer werden ebenfalls in topischen Präparaten verwendet. Diese natürlichen Wirkstoffe sind in der Regel gut verträglich und können als Ergänzung zu anderen Therapieformen eingesetzt werden. Allerdings sollte beachtet werden, dass die wissenschaftliche Evidenz für pflanzliche Präparate teilweise begrenzt ist und individuelle Unterschiede in der Wirksamkeit bestehen können.

Schmerzgele mit NSAR – wirkstoffbasierte Optionen

Nichtsteroidale Antirheumatika, kurz NSAR, gehören zu den am häufigsten eingesetzten Wirkstoffen bei Gelenkschmerzen. Topische NSAR wie Diclofenac, Ibuprofen oder Ketoprofen sind in Form von Gelen, Cremes und Salben erhältlich. Sie wirken entzündungshemmend und schmerzlindernd, indem sie die Bildung von Prostaglandinen hemmen, die an Entzündungsprozessen beteiligt sind. Diclofenac-Gel wird besonders häufig bei Knie- und Handgelenksarthrose angewendet und zeigt in klinischen Studien eine gute Wirksamkeit. Die lokale Anwendung ermöglicht eine hohe Wirkstoffkonzentration im betroffenen Gewebe bei gleichzeitig geringer systemischer Belastung. Nebenwirkungen wie Hautreizungen oder allergische Reaktionen sind möglich, treten jedoch seltener auf als bei oraler Einnahme. NSAR-Gele sollten nicht auf offene Wunden oder entzündete Hautstellen aufgetragen werden. Bei längerer Anwendung oder bestehenden Vorerkrankungen ist eine ärztliche Rücksprache empfehlenswert.

Schmerztherapie mit Capsaicin-Salben als Ergänzung

Capsaicin, der scharfe Wirkstoff aus Chilischoten, hat sich als wirksames topisches Analgetikum etabliert. Capsaicin-Salben wirken über einen besonderen Mechanismus: Bei wiederholter Anwendung kommt es zu einer Desensibilisierung der Schmerzrezeptoren in der Haut, wodurch die Schmerzwahrnehmung reduziert wird. Initial kann ein brennendes Gefühl auf der Haut auftreten, das sich bei regelmäßiger Anwendung meist abschwächt. Capsaicin-Präparate sind in unterschiedlichen Konzentrationen erhältlich und werden mehrmals täglich aufgetragen. Die schmerzlindernde Wirkung tritt meist nach einigen Tagen bis Wochen ein. Capsaicin eignet sich besonders für chronische Gelenkschmerzen und kann als Ergänzung zu anderen Therapieformen eingesetzt werden. Bei der Anwendung ist darauf zu achten, dass die Salbe nicht in Kontakt mit Schleimhäuten oder Augen kommt. Nach dem Auftragen sollten die Hände gründlich gewaschen werden.

Cremes zur Unterstützung des Knorpels bei Kniearthrose

Einige topische Präparate enthalten Wirkstoffe wie Glucosamin, Chondroitin oder Hyaluronsäure, die den Knorpelstoffwechsel unterstützen sollen. Während diese Substanzen bei oraler Einnahme kontrovers diskutiert werden, gibt es auch Cremes, die diese Inhaltsstoffe enthalten. Die Idee dahinter ist, dass die Wirkstoffe durch die Haut in das Gelenk eindringen und dort regenerative Prozesse fördern könnten. Die wissenschaftliche Evidenz für die Wirksamkeit solcher topischen Knorpelschutzmittel ist jedoch begrenzt. Hyaluronsäure wird häufiger als Injektion direkt ins Gelenk verabreicht, wobei die äußerliche Anwendung als Creme eher eine unterstützende Rolle spielt. Dennoch berichten einige Anwender von einer subjektiven Verbesserung der Beweglichkeit und einer Reduktion von Beschwerden. Bei Kniearthrose können solche Cremes als Teil eines umfassenden Behandlungskonzepts in Betracht gezogen werden, sollten jedoch nicht als alleinige Therapie betrachtet werden.


Produkttyp Wirkstoffe Hauptwirkung Geschätzte Kosten
Pflanzliche Salben Arnika, Beinwell, Teufelskralle Entzündungshemmend, durchblutungsfördernd 8-20 Euro pro 100g
NSAR-Gele Diclofenac, Ibuprofen Schmerzlindernd, entzündungshemmend 6-15 Euro pro 100g
Capsaicin-Salben Capsaicin Desensibilisierung der Schmerzrezeptoren 10-25 Euro pro 50g
Knorpelunterstützende Cremes Glucosamin, Chondroitin, Hyaluronsäure Unterstützung des Knorpelstoffwechsels 15-35 Euro pro 100ml

Preise, Tarife oder Kostenschätzungen, die in diesem Artikel genannt werden, basieren auf den neuesten verfügbaren Informationen, können sich jedoch im Laufe der Zeit ändern. Eine unabhängige Recherche wird vor finanziellen Entscheidungen empfohlen.


Die Auswahl der geeigneten Salbe oder Creme hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Schwere der Arthrose, individuelle Verträglichkeiten und persönliche Präferenzen. Viele Patienten profitieren von einer Kombination verschiedener Behandlungsansätze. Neben topischen Präparaten spielen Bewegungstherapie, Gewichtsreduktion und ergonomische Anpassungen im Alltag eine zentrale Rolle im Management von Arthrose. Bei anhaltenden oder sich verschlimmernden Beschwerden sollte stets ärztlicher Rat eingeholt werden, um die bestmögliche Therapiestrategie zu entwickeln.

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und sollte nicht als medizinischer Rat betrachtet werden. Bitte konsultieren Sie eine qualifizierte medizinische Fachkraft für eine individuelle Beratung und Behandlung.